Eltern interviewen: ein Leitfaden für ein persönliches Gespräch
So bereitest du ein biografisches Gespräch vor, stellst offene Fragen und bewahrst persönliche Grenzen.

Zweck und Grenzen zuerst klären
Erkläre, warum du das Gespräch führen möchtest und was später mit den Inhalten geschieht. Besprecht, wer zuhört, ob eine Aufnahme entsteht und welche Themen nicht angesprochen werden sollen. Heimliche Aufnahmen sind keine Grundlage für Vertrauen.
Ein erstes Gespräch von 30 bis 45 Minuten ist oft angenehmer als ein ganzer Interviewtag. Fotos können helfen, sind aber keine Voraussetzung.
Bitte um eine Szene, nicht um das ganze Leben
Frage zum Beispiel nach einem Ort aus der Kindheit, einem gewöhnlichen Sonntag oder einem Moment des Neuanfangs. Stelle immer nur eine Frage. Wenn eine Erinnerung lebendig wird, bleibe bei ihr, auch wenn deine Liste etwas anderes vorsieht.
Nachfragen, ohne Antworten vorzugeben
Hilfreiche Nachfragen beziehen sich auf das bereits Gesagte: Wer war dabei? Was hast du gesehen? Was dachtest du damals? Vermeide Suggestivfragen und vorschnelle Korrekturen. Unsichere Jahreszahlen können später geprüft werden.
Nach dem Gespräch nachvollziehbar weiterarbeiten
Fasse zusammen, welche Themen wichtig wirkten, und frage, ob etwas zu persönlich oder missverständlich war. Vereinbart, wann Notizen oder Entwürfe gemeinsam geprüft werden. Viele Erinnerungen tauchen erst später auf; notiere Ergänzungen mit Datum, statt sie still in die erste Aussage einzubauen.